Als "Schwalbenbeaufragte" der LBV-Kreisgruppe Rosenheim beobachten Thomas und Doris Juretzky die Rauchschwalben in der Rosenheimer Innenstadt. In Form von Tagebucheinträgen berichten Sie kontinuierlich von Ihren Erlebnissen.

Brauchen Sie Rat oder Unterstützung als Eigentümer oder Bewohner eines Hauses mit Schwalbennestern? Sind Ihnen Schwalbennester bekannt?

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!


25.09.2017 – Ergebnisse der Brutsaison 2017

Schwalben sammeln sich für den Abflug in die Winter-Quartiere

In den letzten Tagen konnten wir mehrere Gruppen von 20 bis 30 Schwalben beobachten. Vermutlich nutzen sie die letzten sonnigen Tage, um sich für die lange Reise nach Afrika zu stärken. Es bleibt zu hoffen, dass ein Wintereinbruch noch eine Weile ausbleibt, damit „unsere“ Schwalben die erste Hürde – die Alpen – problemlos überqueren können.

 

Viele Nester blieben unbesetzt

Wie bereits angedeutet, blieben heuer zahlreiche Nester unbesetzt. Von den in der Rosenheimer Innenstadt vorhandenen 30 Nestern wurden heuer nur 13 Nester bebrütet. Als Grund für den Rückgang vermuten wir das kalte und nasse Frühjahr. Hier dürften einige der Rosenheimer Schwalben nicht mehr aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt sein. Solche Schwankungen sind jedoch nichts Außergewöhnliches.

Neues Kunstnest beim Flötzinger Bräu (Foto: Juretzky)
Neues Kunstnest beim Flötzinger Bräu (Foto: Juretzky)

Massiver Einbruch bei der zweiten Brut

Mit Besorgnis mussten wir allerdings feststellen, dass es bei der zweiten Brut einen massiven Einbruch gegeben hat. Während wir mit 49 Jungvögeln der ersten Brut ein gutes Ergebnis erreichen konnten, wurden bei der zweiten Brut nur 21 Jungvögel aufgezogen. Mit den insgesamt 70 Jungvögeln sind wir vom Ergebnis von 2016 mit 102 Jungvögeln leider sehr weit entfernt. Da die Wetterbedingungen für die zweite Brut optimal waren, vermuten wir einen Rückgang im Nahrungsangebot als Ursache.

 

Neues Naturnest beim Tchibo

In dem mit Freude neu entdeckten Naturnest beim Tchibo wurden heuer vier Rauchschwalben erfolgreich aufgezogen. Leider teilten Mieter und Hausbesitzer unsere Freude nicht. Wir wurden durch aufmerksame Schwalbenfreunde informiert, dass nach Aufzucht der Jungen die Entfernung des Nestes geplant sei. Da Nester von Gebäudebrütern nach dem Bundesnaturschutzgesetzt ganzjährig geschützt sind und nicht entfernt werden dürfen, wurden wir vor Ort noch ein zweites Mal vorstellig und informierten eindringlich über die Sachlage. Des weiteren gaben wir Tipps wie das Zusammenleben unter einem Dach möglich ist.

Neues Naturnest beim Tschibo (Foto: Juretzky)
Neues Naturnest beim Tschibo (Foto: Juretzky)

Fazit

Der Rückgang der Zahlen für 2017 zeigt eindringlich, wie notwendig unsere Gebäudebrüter Unterstützung brauchen. Mit etwas Toleranz und ein wenig Engagement kann jeder seinen Beitrag für den Erhalt der nützlichen Insektenfresser leisten.


21. Juni 2017 - Die ersten Jungvögel sind bald flügge

Weniger Brutpaare als im letzten Jahr

Leider hat sich unsere Vermutung bestätigt. Dieses Jahr schafften es erheblich weniger Schwalben und Mauersegler als im Vorjahr aus Ihren Winterquartieren in Afrika zurück in unsere schöne Rosenheimer Innenstadt.

Bei den Rauchschwalben können wir bis jetzt nur zwölf Nester vermelden. Aktuell sind noch einige Naturnester bzw. künstliche Nisthilfen unbesetzt.

 

Die ersten Jungvögel

Voller Freunde können wir allerdings mitteilen, dass im ersten Nest gleich sechs Junge kurz vor dem Ausflug stehen.

Sechs junge Rauchschwalben kurz vor ihrem ersten Ausflug (Foto: Jureztky)
Sechs junge Rauchschwalben kurz vor ihrem ersten Ausflug (Foto: Jureztky)

Es scheint auch, dass in den beiden neu angebrachten künstlichen Bruthilfen am Flötzinger Stammhaus fleißig Nachwuchs gefüttert wird. Unsere gemeinsame Aktion mit der Familie Steegmüller ist somit erfolgreich verlaufen.

Positiv zu berichten ist auch, dass sich Familie Kirner von der Gaststätte Stockhammer nochmals mit der Bitte um weitere Bruthilfen an uns gewandt hat. Auch hier hat sich die Anbringung des Kunstnestes bewährt und es sind schon Junge geschlüpft.

Die „ARAN-Schwalben“ bevorzugen heuer das vom Umbau verschont gebliebene Naturnest. Hier konnten wir wiederholt einen Nestwechsel nach der ersten Brut beobachten.

In unmittelbarer Nähe bebrütet ein anderes Pärchen sein Gelege im neu gebauten Naturnest. Die Mieter des Geschäftshauses wurden von uns über die Schutzbestimmungen informiert.


20. Mai 2017 – Erste Nester werden besetzt

Nachdem inzwischen die ersten Nester besetzt sind, hier ein Überblick über unsere Aktivitäten der vergangenen Monate:

Neue Kunstnester beim Flötzinger Bräu

Bedingt durch die Renovierung des Stammhauses der Brauerei Flötzinger in der Kaiserstraße musste ein vorhandenes Naturnest umgesiedelt werden. Zusammen mit der Brauerei Flötzinger konnten zwei Kunstnester als Ersatz an geeigneter Stelle angebracht werden.

Schwalben treffen verspätet ein

Bedingt durch die schlechte Witterung der vergangenen Wochen, trafen die ersten Rauchschwalben heuer etwas später als in den letzten Jahren ein. Am 31. März 2017 sichteten wir über dem Inn die ersten 2 Rauchschwalben. Erst zwei Wochen später kreiste ein einsames Rauchschwalben-Männchen über den Max-Josefs-Platz. Zeitgleich entdeckten wir die ersten Ankömmlinge in ländlicher Umgebung. Weitere zwei Wochen dauerte es, bis erste Schwalbennester als Landeplatz benutzt wurden.

Neues Kunstnest beim Gasthaus Stockhammer

Leider hatte das Naturnest beim Stockhammer im letzten Winter Schaden genommen und war erst zur Hälfte und später komplett abgebrochen. Herr Kirner vom Gasthaus Stockhammer nahm deshalb besorgt Kontakt zu uns auf. Er möchte die Schwalben unbedingt an seiner Gaststätte halten. Da wir nicht mit Sicherheit sagen konnten, ob die Schwalben das alte Nest reparieren, nahm er unseren Vorschlag, zur Sicherheit ein Kunstnest in der Nähe zu montieren, gerne an.

Am 29. April lieferten wir das "Fertighaus". Es wurde umgehend von Familie Kirner montiert und schon kurz danach von einem Schwalbenpärchen inspiziert. Am Naturnest nebenan wird aktuell noch ausgebessert. Es bleibt spannend – welches Nest wird besetzt? Vielleicht beide? Weitere Bilder dazu finden sie auch auf der Facebook-Seite des Gasthaus Stockhammer.

Fertighaus beim Stockhammer (Foto: Juretzky)
Fertighaus beim Stockhammer (Foto: Juretzky)

 

Kunstnester am Flötzinger Stammhaus besetzt

Es freut uns besonders berichten zu können, dass wir bei unserm Rundgang am 13. Mai an den beiden neu angebrachten Kunstnestern am Flötzinger Stammhaus Rauchschwalben beobachten konnten. Wir sind zuversichtlich, dass beide Nester auch bebrütet werden.

Besetztes Nest beim Flötzinger Stammhaus (Foto: Juretzky)
Besetztes Nest beim Flötzinger Stammhaus (Foto: Juretzky)

 

Mehrere Nester nicht besetzt

Etwas Sorge bereitet uns, dass bis jetzt an einigen der uns bekannten Nester noch keine Schwalben zu sehen sind. Wir gehen momentan noch von einer zeitlichen Verzögerung wegen der kalten Witterung aus und hoffen, dass diese noch besetzt werden.

Nest in einer Tiefgarage - auch heuer wieder bebrütet (Fotos: Juretzky)
Nest in einer Tiefgarage - auch heuer wieder bebrütet (Fotos: Juretzky)

17. Oktober 2016 - Ende der Saison und Jahresergebnis

Erwachsene Jungvögel am Nest (Foto: Juretzky)
Erwachsene Jungvögel am Nest (Foto: Juretzky)

Bei unserem Rundgang am 2. September 2016 haben wir die letzten Jungvögel noch an ihrem Nest beobachten können. Zwei Wochen später kreisten die letzten unserer Schwalben um die Nikolauskirche. Wir denken, dass sie inzwischen die erste Etappe ihres Zugs ins Winterquartier gut geschafft haben dürften, da das Wetter für die Überquerung der Alpen heuer recht günstig war.

Mit dem diesjährigen Brut-Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Dieses Jahr haben wir in den uns bekannten 20 Nestern, die zwar nicht alle besetzt waren, 30 Bruten und 102 Jungvögel gezählt.

Damit wurden die Ergebnisse der letzten beiden Jahre deutlich übertroffen.


26. Juni 2016 - Erste Jungvögel bereits ausgeflogen

Kurz vor dem flügge werden (Foto: Jureztky)
Kurz vor dem flügge werden (Foto: Jureztky)

 

 

Einige Nester werden zwar noch bebrütet, ein großer Teil der ersten Brut ist jedoch in den letzten Tagen bereits ausgeflogen.

Besetztes Kunstnest beim ARAN (Foto: Jurezkty)
Besetztes Kunstnest beim ARAN (Foto: Jurezkty)

 

 

Sehr erfreulich für uns ist, dass unser neu angebrachtes Kunstnest beim ARAN angenommen wurde. Hier ist die Aufzucht der Jungen noch im vollen Gange.

Neu entdecktes Nest (Foto: Juretzky)
Neu entdecktes Nest (Foto: Juretzky)

Mehr oder weniger durch Zufall haben wir, an einer etwas außergewöhnlichen Stelle, ein neues Nest entdeckt. Bei einem Einkaufsbummel war uns ein Altvogel aufgefallen, der in einer Tiefgarage verschwand. Nachdem wir uns die Tiefgarage etwas genauer angesehen haben, haben wir das „Naturnest“ zwischen Rohrleitungen entdeckt. Wir konnten in Erfahrung bringen, dass auch hier die erste Brut bereits ausgeflogen ist.


24. April 2016 - Erste Nester werden bereits besetzt

Tür mit Einflugloch(Foto: Juretzky)
Tür mit Einflugloch(Foto: Juretzky)

Nachdem die ersten Männchen bereits vor ca. 4 Wochen wieder aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt sind, haben wir gestern entdeckt, dass einige von ihnen schon Anspruch auf ein bestimmtes Nest erhoben haben.
In den nächsten Tagen dürften auch die Weibchen wieder bei uns eintreffen.
Die Vorbereitungen sind jedenfalls bereits getroffen. Auch die vom Besitzer in Eigeninitiative angebrachte „Einflugschneise“ in der Heilig-Geist-Straße ist wieder geöffnet. Vielen Dank für dieses nicht selbstverständliche Engagement.

Während unsere Rauchschwalben ihre Zeit im Winterquartier verbrachten, nutzen wir die Zeit um unser Schwalben-Projekt weiter voranzutreiben.
So konnten wir zusammen mit der Familie Baur, Cafe ARAN, an der Stelle, an der sich vor der Renovierung ein Naturnest befunden hat, zwei Kunstnester anbringen. Hoffentlich nehmen die Schwalben das Angebot an.

Kunstnester (Foto: Juretzky)
Kunstnester (Foto: Juretzky)

Wir möchten uns ausdrücklich bei der Familie Baur für die gute Zusammenarbeit bedanken. Für Ihre Rücksichtnahme während der Umbaumaßnahmen und Ihre Bereitschaft gemeinsam eine optimale Lösung für die Rauchschwalben zu finden.


Ergebnisse 2015


Da leider - wie berichtet - im Laufe des Jahres 2015 einige Nester verloren gingen, wurden nur noch 10 Nester bebrütet, im Vorjahr waren es noch 15!

2015 wurden 77 Jungvögel aufgezogen (im Vergleich: 2014 waren es 90).


5. September 2015 - Die letzten Jungvögel der zweiten Brut sind flügge

(Foto: Juretzky)
(Foto: Juretzky)

Nachdem die letzten beiden Jungvögel der zweiten Brut Ende August flügge geworden sind, sammeln sich „unsere“ Rauchschwalben bereits für den Abflug in ihre Winterquartiere.
So konnten wir bei unserem heutigen Besuch in Rosenheim über dem Inn und der Mangfall eine Ansammlung von geschätzt ca. 200 – 300 Schwalben (!) beobachten. Der überwiegende Teil davon waren Rauchschwalben, die über dem Inn auf Nahrungssuche waren. Vereinzelt konnten wir hier auch einige Mehlschwalben entdecken.
Über der Mangfall sammelte sich ein größerer Trupp von ca. 50 Mehlschwalben. Wir vermuten, dass auch einige Uferschwalben darunter waren.
Ob „unsere“ Rosenheimer Schwalben dabei waren, können wir natürlich nicht sagen.


18.07.2015 - Beginn der zweiten Brut

(Foto: Juretzky)
(Foto: Juretzky)

Bei unserem Rundgang am 18.06. konnten wir in den meisten Nestern Jungvögel ausmachen und dabei sind viele nette Fotos entstanden. Diese haben wir für unseren anschließend verfassten Blogeintrag sowie einen Artikel im OVB verwendet. Leider mussten wir nach der Rückkehr aus dem Urlaub entdecken, dass hier wohl eine Verwechslung geschehen ist und der Blogeintrag und nicht unser Artikel als Grundlage für die Wochenend-Ausgabe vom 27.06. verwendet wurde. Das nächste Mal funktioniert es hoffentlich besser.
Unsere Rundgänge am 30.06., 04.07. und 10.07. brachten nicht viele Neuigkeiten, die Jungen der ersten Brut sind bereits ausgeflogen. Wir sind besonders froh, dass die Schwalbenfamilie beim aran sich nicht durch die Umbaumaßnahmen stören ließ und die vier Jungvögel erfolgreich großgezogen wurden. Die meisten Nester waren bereits leer. Dafür konnten wir über den Max-Josefs-Platz eine größere Anzahl Schwalben kreisen sehen. Auch einen Schwarm von geschätzt 25 Mauerseglern konnten wir wiederholt beobachten.
Die Meldung über ein entferntes, mit Jungvögeln besetztes Nest, können wir nicht bestätigen. Wir konnten im besagten Nest, welches sehr klein und notdürftig gebaut und somit ohne „Insassen“ fast nicht zu erkennen ist, auch immer nur ein Junges entdecken. Dieses Junge ist gesichert ausgeflogen, da wir es bei seinen ersten Flugübungen beobachten und sogar fotografieren konnten.
Seit unserer, vor dem Kreisgruppentreffen am 14.07. gemachten Runde, sind wir uns ziemlich sicher, dass in acht Nestern mit der zweiten Brut begonnen wurde.


19. Juni 2015 - Erste Rauchschwalbenbrut geschlüpft

 

Bei unserem Rundgang am 13.06.2015 entdeckten wir bereits die ersten Jungvögel rund um den Max-Josefs-Platz. Bei unserem heutigen Rundgang konnten wir 30 geschlüpfte Jungvögel in 10 Nestern entdecken. In 5 Nestern wird noch gebrütet. Zwei Jungvögel sind schon ausgeflogen. Damit wurden die ersten jungen Schwalben gut eine Woche später flügge als im letzten Jahr.

Die letztjährig bebrüteten Nester blieben teilweise unbesetzt. Bekannter Weise wurden auch einige Nester entfernt. Dafür wurden unbesetzte Nester, wieder in Gebrauch genommen und neue gebaut. Noch ist nicht absehbar, ob das Ergebnis der letzten Brutsaison gehalten werden kann. Wir hoffen auf besseres Wetter und einen noch größeren Erfolg bei der zweiten Brut.

Nestbaukünstler beim Brüten
Nestbaukünstler beim Brüten
Großer Hunger (Fotos: Juretzky)
Großer Hunger (Fotos: Juretzky)

23. Mai 2015 - Umbauarbeiten bei "aran" am Max-Josefs-Platz

Foto: Juretzky
Foto: Juretzky

 

Das Familienunternehmen aran vergrößert seine Filiale am Max-Josefs-Platz und plant in diesem Zusammenhang die Renovierung der Fassade, an der sich aktuell ein älteres und ein neu gebautes Schwalbennest befinden. Am letzten Samstag fand deshalb auf Bitte von Familie Baur ein Ortstermin mit uns statt.

Die bereits begonnenen Bauarbeiten können verständlicherweise nicht bis September ausgesetzt werden, deshalb haben wir uns auf folgenden Kompromissvorschlag geeinigt:

Das alte Nest bleibt vorerst unangetastet. Wegen dem neuen Nest, welches sich auf einem zu entfernenden Firmenschild befindet, schlug Herr Baur vor, die untere Hälfte des Schildes abzutrennen, die obere Hälfte fest zu verankern, aber erst nach der Brutsaison komplett abzunehmen. Die Fassade kann so wenigstens unterhalb des Schildes renoviert werden. Die Renovierung im Bereich der Nester wird bis nach der Brutsaison verschoben. Dann ist die Entfernung der Nester aber leider unumgänglich. Als Ersatz sollen nach der Renovierung Kunstnester angebracht werden.

Während der Umbauarbeiten will Herr Baur die Schwalben und deren Reaktionen im Auge behalten und versuchen so schonend wie möglich um die Nester herum zu renovieren.

Die Familie Baur zeigt viel Toleranz Verständnis für die Situation der Schwalben. Bei unserem Gespräch mit Herrn Baur sen. erklärte sich der LBV deshalb bereit in dieser Angelegenheit Kontakt zum Umweltamt aufzunehmen.

Wir sind der Familie über so viel Engagement dankbar und freuen uns, dass die Akzeptanz für diese bedrohten Tiere wächst. Das ist leider auch bitter nötig. Wir konnten bei unserem anschließenden Rundgang leider nur neun von Rauchschwalben-Paaren besetzte Nester entdecken. Dies bestätigt den allgemeinen Abwärtstrend in ganz Deutschland.


2. Mai 2015 - Die ersten Schwalben in der Rosenheimer Innenstadt

Rastplatz
Rastplatz
Eigenbauten bevorzugt (Fotos: Juretzky)
Eigenbauten bevorzugt (Fotos: Juretzky)

 

In den letzten 4 Wochen hat sich einiges getan. Bei unserem Rundgang am 14.04. konnten wir mindestens 6 Schwalben über dem Max-Josefs-Platz kreisen sehen. Mit großer Wahrscheinlichkeit die ersten Männchen. Eines hatte sogar schon ein uns bekanntes Nest im Auge.

Die nächsten Wochen hatten wir weniger Glück. Wir geben dem schlechten Wetter Schuld. Die Schwalben werden vermutlich außerhalb der Stadt auf Nahrungssuche sein.  Bei einer Vogelstimmenwanderung in der Grandauer Au konnten wir einige über dem Inn jagen sehen.

Bei  den beiden von uns angebrachten Kunstnestern, die wir wegen der Zerstörung der Naturnester angebracht hatten, haben wir eine Überraschung erlebt. Hier versucht das Männchen wenige Zentimeter neben dem „Fertighaus“ ein Neues zu bauen. Vor zwei Wochen waren die ersten Spuren erkennbar, jetzt ist bereits das Erdgeschoss fertiggestellt.

Wir hoffen auf ähnliche Versuche bei den beiden zerstörten Nestern in der Fußgängerzone. Vom Eigentümer dieses Hauses haben wir nun doch noch Nachricht erhalten. Leider war es eine Absage in Bezug auf das Anbringen von Kunstnestern.

Ebenso wenig Erfolg hatte unsere Kreisgruppe bei der Nachfrage um Anbringung von Kunstnestern an zwei städtischen Gebäuden in der Rosenheimer Fußgängerzone.

Kunstnester stellen nur eine Alternative dar.  Die neue Erfahrung zeigt uns, dass sie nicht unbedingt angenommen werden. Außerdem konnten wir ein weiteres Problem entdecken. Bei einem Kunstnest in der Heilig-Geist-Straße versucht eine Taube ihr Glück. Der Eigentümer des Hauses, ein großer Schwalbenfreund, versucht sein Möglichstes diese fern zu halten. Bei einem natürlich gebauten Nest wäre die Wahrscheinlichkeit der Fremdnutzung wesentlich geringer.

An Stelle eines im letzten Jahr leider entfernten Kunstnestes wird ein Neubau versucht. Der Eigentümer dieses Hauses ist ein Schwalbenfreund und musste sein Kunstnest nach der letzten Brutsaison aus nachvollziehbaren Gründen entfernen. Hoffentlich  lassen sich seine Mieter von der sympathischen Hartnäckigkeit der Schwalben noch überzeugen. 

Wir lernten inzwischen viele Menschen kennen, bei denen Schwalben zur Untermiete wohnen. Von einigen werden wir schon freudig begrüßt. Wieder andere müssen trotz Tierliebe ihre vormals angebrachten Kunstnester entfernen, es gibt aber auch einige wenige, die in den Schwalben nur Verschmutzer sehen. Allzuleicht wird dabei vergessen, dass ein Schwalbenpaar bei der Aufzucht von Jungen in einer Saison 100.000 Mücken vertilgt.


04. April 2015 - Erste Sichtung in Stephanskirchen

 

Wir haben die ersten drei Rauchschwalben in Stephanskirchen gesichtet! Die Männchen treffen bis zu fünf Wochen vor den Weibchen ein und beginnen alleine mit dem Nestbau. In Rosenheim herrscht allerdings noch Stille.

Leider haben wir in Bezug auf die beiden zerstörten Nester in der Fußgängerzone keine guten Nachrichten. Nach langwieriger Recherche nach dem Eigentümer der Immobilie, hat dieser auf unsere schriftliche Anfrage zur Anbringung von Kunstnestern nicht reagiert. Ohne Einwilligung des Eigentümers sind uns die Hände gebunden und so bleibt uns nur die Hoffnung, dass die Schwalben an gleicher Stelle einen Nestbau versuchen werden.

Die Wintersaison haben wir genutzt, alle Mieter bzw. Eigentümer der Gebäude, an denen uns Schwalbennester bekannt, sind zu informieren und zu sensibilisieren.

Diejenigen, zu denen wir noch einen persönlichen Kontakt aufnehmen konnten, haben wir kürzlich schriftlich informiert, dass Schwalbennester ganzjährig durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind.

Auf diese Weise hoffen wir, die Zerstörung weiterer Nester verhindern zu können.

 

 


27.12.2014 - Erneut Schwalbennester zerstört

Rauchschwalbennest am Max-Josephs-Platz im Sommer 2014
Rauchschwalbennest am Max-Josephs-Platz im Sommer 2014
Hauseck ohne Schwalbennest Fotos: Juretzky
Hauseck ohne Schwalbennest                   Fotos: Juretzky

 

Vandalismus, Unkenntnis, Störung durch Schwalbenkot ....? Was könnte der Grund sein?

In der Weihnachtswoche wurden in der Fußgängerzone wieder zwei Naturnester von Rauchschwalben zerstört. Insgesamt müssen wir jetzt schon den Verlust von fünf Nestern beklagen, die im vergangenen Sommer bebrütet worden waren. Zwei der entfernten Nester in der Papinstraße konnten wir zusammen mit dem Hausbesitzer durch Kunstnester ersetzen. Bei den anderen drei Nestern, eines davon ein abgenommenes Kunstnest, müssen wir die Möglichkeit einer Neuanbringung von Kunstnestern erst prüfen.


November 2014 - Schwalbennester unerlaubt entfernt

Bei Renovierungsarbeiten an einem Gebäude in der Rosenheimer Innenstadt wurden von der ausführenden Firma zwei Rauchschwalbennester entfernt. Dies ist sehr bedauerlich, da Rauchschwalben zu den bedrohten Arten zählen und ihr Vorkommen inzwischen als Rarität zu sehen ist. Schwalben sind äußerst standorttreu, finden aber in der Rosenheimer Innenstadt schlecht und zu wenig Baumaterial für neue Nester. Glücklicherweise hat der Hauseigentümer als Ersatz zwei Kunstnester anbringen lassen. Experten vom Landesbund für Vogelschutz sind zuversichtlich, dass die Schwalben diese Nisthilfen akzeptieren werden, wenn sie nächstes Jahr aus ihrem Winterquartier zurückkehren. Übrigens sind Schwalbennester gesetzlich geschützt und ihr Entfernen ist strafbar.


Übersichtsartikel: Rauchschwalben in der Innenstadt von Rosenheim

Foto: T. u. D. Juretzky
Foto: T. u. D. Juretzky

Unbemerkt von den meisten Passanten, gibt es in Rosenheim eine kleine ornithologische Rarität. Vermutlich schon seit mehreren Jahrhunderten brüten Rauchschwalben in der Rosenheimer Innenstadt.

Leider hat sich deren Bestand in den letzten Jahren besorgniserregend verringert. So kamen im Frühjahr 2014 nur noch ca. 10 bis 15 Brutpaare von ihrer 8.000 km langen Reise aus den Überwinterungsgebieten im Süden Afrikas in der Rosenheimer Innenstadt zurück. Von den 22 bekannten Nestern an 13 Standorten wurden im Frühjahr 2014 nur 13 Nester besetzt.

Während der Aktion Stunde der Gartenvögel PLUS 2014, bei der erstmals auch Schwalbennester erfasst wurden, wurden in der Stadt Rosenheim keine Nester gemeldet. Selbst im ganzen Landkreis Rosenheim wurden bei der Zählaktion nur vier Schwalbennester gemeldet!

Foto: T. u. D. Juretzky
Foto: T. u. D. Juretzky

Inzwischen stehen Mehl- und Rauchschwalbe auf der Roten Liste bedrohter Vogelarten. Der Grund für den drastischen Rückgang der Schwalben ist die zunehmende Flächenversiegelung und die damit verbundene Abnahme von geeigneten Nistgelegenheiten.

Auffällig ist, dass heuer weniger als jedes zweite Nest rund um den Max-Josefs-Platz von Rauchschwalben besetzt wurde. Ein Grund dafür ist sicherlich die Baustelle beim Café Wendl. In abgelegenen Hinterhöfen wurden die Nester zahlreicher besetzt. Das legt die Vermutung nahe, dass im Gegensatz zur weitläufigen Meinung, sich Schwalben durchaus von den zahlreichen Events rund um den Max-Josefs-Platz gestört fühlen und ruhigere Nistplätze bevorzugen.

Umso erfreulicher ist es, dass bereits mit der ersten Brut in 12 Nestern durchschnittlich 4 Jungvögel aufgezogen werden konnten. Ein Nest am Max-Josefs-Platz wurde jedoch während der Brutphase verlassen.

Foto: T. u. D. Juretzky
Foto: T. u. D. Juretzky

Aktuell sind die meisten Jungvögel der ersten Brut bereits flügge. Die Altvögel sind zum Großteil bereits mit der zweiten Brut beschäftigt. Es bleibt zu hoffen, dass das Wetter in den nächsten Wochen anhält, so dass die Rauchschwalben auch die zweite Brut erfolgreich aufziehen können.

Die extreme Standorttreue der Rauchschwalben führt dazu, dass die angebrachten Kunstnester leider nur sehr zögerlich angenommen werden.

Es bleibt zu hoffen, dass die Rosenheimer Bürger den Schwalben so freundlich gesonnen bleiben wie wir es bei unseren Rundgängen vielfach erleben durften. Wir wünschen uns, dass auch in Zukunft die Schwalben an den vorhandenen Standorten toleriert werden und viele Menschen ihre Freude an den „Glücksbringern“ neu entdecken.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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